Keren Cytter, Fashions, 2019, filmstill, Courtesy of the artist.Keren Cytter, Fashions, 2019, filmstill, Courtesy of the artist.

Keren Cytter plays Bruce and Norman Yonemoto

Kunstverein in Hamburg
30.9.2022, 19.00 Uhr

An Impotent Metaphor, 1979
Bruce & Norman Yonemoto
42:54 min

Fashions, 2019
Keren Cytter
25 min

Keren Cytter im Gespräch mit Nicholas Tammens

Im Rahmen der Ausstellung Mirror of Desire

Am Freitag, 30. September, zeigen wir gemeinsam mit der Künstlerin und Filmemacherin Keren Cytter, Bruce und Norman Yonemotos An Impotent Metaphor (1979) und Keren Cytters Fashions (2019), gefolgt von einem Gespräch mit der Künstlerin.

Keren Cytter (*Tel Aviv, 1977, lebt in New York und Münster) macht Filme, die - ähnlich wie die der Yonemoto-Brüder - der semantischen Sprache von populären Medien ihrer Zeit entlehnt sind. Diese humorvollen und oft verstörenden Videos bringen die Konventionen des Theaters und des Kinos in einen Dialog mit den volkstümlichen Formen von YouTube-Tutorials, sozialen Medien und Reality-TV. Cytters Filmemachen untersucht, wie diese Medien unsere Vorstellungen von Realität konstruieren und unsere Beziehungen zueinander beeinflussen.

In ihrem Video Fashions (2019) verwendet Cytter überlappende Erzählungen, um einen ambivalenten Blickwinkel auf zentrale Themen zu lenken: Misogynie, Sexismus, Altersdiskriminierung, menschliche Ausbeutung und die Aneignung politischer Symbole durch die Modeindustrie. Indem sie die Allgegenwärtigkeit der zeitgenössischen Medien aufzeigt, verweist sie auf die vertraute, normative Rolle, welche die Darstellung von Gewalt in unserem Alltag spielt, während sie gleichzeitig ein Misstrauen gegenüber dem Zustand ihrer Akzeptanz hervorruft. Yonemotos An Impotent Metaphor (1979), der zweite Film in ihrer Soap Opera Series - zu der auch Based on Romance(1979) und Green Card: An American Romance(1982) zählen - befasst sich mit dem romantischen Drama der Kunstszene von L.A der späten 1970er Jahre. Die klischeehaften Charaktere bilden die Banalität einer idealisierten Romanze, Langeweile und die Erwartungen an die Fantasie ab. Norman Yonemoto selbst spielt die Hauptrolle eines Künstlers, der gegen die vorherrschende Kultur arbeitet. Mit einer gewissen Ironie behauptet er, Kunst zu machen, um "die Abweichung des romantischen Ideals zu entlarven" und "die Untersuchung unserer persönlichen Zusammenhänge zu fördern". In beiden Filmen sehen wir, wie die Dominanz der medialen Darstellungen unsere Realität, unsere Wünsche, unsere Ambitionen, unsere Unzulänglichkeiten, unsere Vorstellungen von Liebe und unsere Versuche, glücklich zu sein, prägt.

Keren Cytters Videos wurden in Einzelausstellungen im Düsseldorfer Kunstverein, Düsseldorf (2021); Winterthur Kunstmuseum, Winterthur (2020); Center for Contemporary Art, Tel Aviv (2019); Museion Bolzano, Bolzano (2019), Künstlerhaus - Halle für Kunst & Medien, Graz (2016) gezeigt; Museum of Contemporary Art, Chicago (2015), Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen (2014); State of Concept, Athen (2014), Tate Modern, London (2012), Stedelijk Museum Amsterdam (2011); München Kunstverein (2011); Kunsthaus Baselland, Basel (2010); Moderna Museet, Stockholm (2010); Hammer Museum, Los Angeles (2010);

Sie wurde mit dem Joseph Guggenheim Memorial Foundation Fellowship (2021), dem Absolut Art Award, Stockholm (2009), dem Ars Viva Preis, Kulturkeis der Deutschen Wirschaft, Berlin (2008) und dem Bâloise Art Prize auf der Art Basel (2006) ausgezeichnet.

Bruce (1949, USA) und Norman Yonemoto (1946-2014, USA) sind Künstler, die mit Ein-Kanal-Video und Multimedia-Installationen arbeiten. Die Brüder wurden als Kinder japanisch-amerikanischer Eltern geboren und wuchsen in der unmittelbaren Nachkriegszeit im Silicon Valley auf. 1968 zog Norman Yonemoto nach Los Angeles, wo er die UCLA besuchte und einen MFA am American Film Institute Center for Advanced Studies absolvierte. 1972 erwarb Bruce einen BA an der University of California, Berkeley, und setzte seine Studien am Sokei Art Institute in Tokio fort. Nach seiner Rückkehr aus Japan im Jahr 1975 absolvierte Bruce einen MFA am Otis Art Institute in Los Angeles. Die beiden gründeten 1976 KYO-DAI Productions.

Ihre Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, unter anderem im Japanese American National Museum, Los Angeles, Kalifornien Video im Getty Research Institute, im Long Beach Museum of Art, auf der 11. Paris Biennale, der Tokyo Biennale und der Tokyo Biennale. Paris Biennale; Los Angeles Contemporary Exhibitions (LACE); Hara Museum of Contemporary Art, Tokio; Image Forum, Tokio; Whitney Museum of American Art, New York; American Film Institute National Video Festival, Los Angeles; Museum of Modern Art, New York; Corcoran Gallery of Art, Washington DC; Herbert F. Johnson Museum of Art, Cornell University, Ithaca, New York; Santa Monica Museum of Art; Wexner Center for the Arts, Columbus, Ohio; und Kunstverein in Köln.

Bruce Yonemoto ist Professor und außerordentlicher Professor für Studiokunst an der University of California und erhielt in diesem Jahr ein Guggenheim-Stipendium.