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Paul Haas, Storema 2020, Installation view, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020; © and Courtesy: The artist, photo: Janine DrewesPaul Haas, Storema 2020, Installation view, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020; © and Courtesy: The artist, photo: Janine Drewes

Paul Haas / Storema

bis 28. Juni 2020

In seiner ersten institutionellen Einzelausstellung zeigt der Frankfurter Künstler Paul Haas (*1992) seine dreiteilige Arbeit Storema. Seine Skulpturen setzen sich mit der Frage auseinander, in welchem Verhältnis Material, Erinnerung und Körper zueinander stehen und wie eine Formensprache unserer Jetzt-Zeit aussehen könnte.

Seit Jahrhunderten gilt die Kunst als überwunden. Techniken des Möglichen, von welchen die Menschheit nichts wusste, als sie noch auf der Erde lebten, besiedeln die Welten. Nur auf dem abgelegenen Planeten Feldeváye kehrt die Kunst als Geschenk einer fremden Spezies zurück. In Dietmar Daths Sciene-Fiction-Roman Feldeváye (2014) sind die Storema außerirdische, hochphilosophische Geisteswesen in hölzernen Panzern, die dazu anregen, sich mit andersartigem Denken zu beschäftigen. Bei Paul Haas wirken die skulpturalen Werke der Arbeit Storema wie Bestandteile eines einzelnen, nicht-menschlichen Körpers, dessen Struktur modular angelegt ist. Die Grenzen dieses Körpers sind nicht eindeutig festgelegt, sondern erweiterbar. In Storema gehen traditionelle, handwerkliche Techniken, gebrauchte Materialien und tradierte Formen eine neue Verbindung ein. Paul Haas liest Geschichte materialistisch als Ergebnis gesellschaftlicher Verhältnisse. Ausschlaggebend waren dabei besonders Harun Farockis Begriff und Verfahren der weichen Montage und Walter Benjamins geschichtsphilosophischen Thesen. Welche Rolle konkreten Materialien in der eigenen Biografie zukommt und mit welchen Materialien man sich umgibt, ist für ihn nicht nur Teil einer persönlichen, sondern auch einer gesellschaftlichen Geschichte. Haas nutzt in seiner künstlerischen Praxis Techniken wie das Drechseln, welches ihm durch seine eigene Familiengeschichte vertraut ist, und kombiniert sie mit einer Suche nach einer neuen Formensprache im Angesicht aktueller Fragen.

Über den Künstler /
Paul Haas (*1992, Eilenburg) absolvierte sein Studium der Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar und studiert seit 2019 an der Hochschule für Bildende Künste - Städelschule in Frankfurt am Main bei Gerard Byrne. Seine Werke waren in Gruppenausstellungen im Museum of Odessa Modern Art, Odessa, UKR, auf der transmediale, Berlin, und der GalerieMNeun, Weimar zu sehen. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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