Dieses Board stellt nicht die offizielle Meinung der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule dar.Dieses Board stellt nicht die offizielle Meinung der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule dar. Dieses Board stellt nicht die offizielle Meinung der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule dar. 

Sexed Power

Eine Ausstellung im Kontext sexualisierter Macht 

VERNISSAGE: FREITAG 8. MÄRZ 2019 ab 19:00 

19:30: EINFÜHRUNG VON MURIEL MEYER, Kunsthistorikerin, M.A., Kiel
20:30: VORTRAG VON DR. HEIDI SALAVERRIA, PHILOSOPHIN UND KULTURSCHAFFENDE
21:30: PERFORMANCE VON LOUISE VIND NIELSEN 

Mit: Johanna Bruckner, Julia Frankenberg, Katja Lell, Anna Lena Grau, Cordula Ditz, Emma Howes, Ida Lennartsson, Dagmar Rauwald, Martha Rosler und Louise Vind Nielsen.

AUSSTELLUNG: 9. BIS 16. MÄRZ 2019 
ÖFFNUNGSZEITEN: DO-SA 17:00 bis 20:00
FÜHRUNG: SA 16. MÄRZ 17:00 MIT KÜNSTLERINNEN DER AUSSTELLUNG UND ANNETTE HANS, KÜNSTLERISCHE LEITUNG, KUNSTVEREIN HARBURGER BAHNHOF

POST-FEMINISMUS? POST ME TOO? POST-GENDER?

Pamela M. Lee erklärte Gender und seine fortdauernde Relevanz für die Kunstgeschichte hinsichtlich der Frage, ob auf einen erklärten Postfeminismus Post-Gender folgt. (Texte zur Kunst, Heft 84, 2011). Dies gilt insbesondere für den gegenwärtigen Moment, in dem Me-Too unsere Gesellschaft keineswegs nachhaltig verändern konnte. Die Aufmerksamkeit auf sexualisierte Gewalt hat die Allgegenwart sexualisierter Macht sui generis nicht in notwendiger Schärfe überhaupt erkennbar werden lassen. 

Derzeit wird beispielsweise zur spontan verabreichten Lüpertz-Show im Haus der Kunst in München ubiquitär von einer „Pimmelsuppe“ gesprochen. Auch hinsichtlich der, in der Staatsgalerie Stuttgart und in den Deichtorhallen Hamburg geplanten Ausstellung „Baselitz – Richter – Polke – Kiefer“, die eine Geschichte fortsetzt, die neu bewertet werden muss, weil sie nicht mehr der Realität entspricht, erscheint Janneke de Vries (Direktorin der Weserburg) diese Entgegnung geradezu elegant (Weserkurier 25.1.2019). 

Die Ausstellung Sexed Power, die als Reaktion auf antifeministische Auseinander-setzungen in Hamburger linken Netzwerken im Winter 2017/18 im Mom Art Space initiiert wurde, konnte sich als Kunst- und auch solidarischer Möglichkeitsraum konstituieren. Mit der Teilnahme der Guerrilla Girls wurden die Forderungen aus der 2. Welle des Feminismus historisch untermauert. Auch 2019 soll durch den Beitrag von Marta Roslers Film Semiotics of the Kitchen aus dem 1975 an die Geschichte feministischer Aufklärung und Forderungen Anschluss genommen werden. 

Die Frage nach einem Crossover von Kunst und Politik in der Weise, dass gleichermaßen von einem künstlerischen als auch gesellschafts-politischen Akt die Rede sein kann, stellt sich traditionell auch im weiten Feld politisch-kritischer Ansätze. Karl Marx verwies auf die qualitativ herausragende Stellung der frühen Antike in der Kunst. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts äußerte sich auch Rosa Luxemburg ablehnend zu damals gut verkäuflichen Werken, beispielsweise des deutschen Spätimpressionismus und lehnte moderne, machoide Kunstauffassungen ab. Der hinsichtlich künstlerischer Phänomene kritischen, aber zugleich sensiblen Frauenrechtlerin verblieb vor ihrer Ermordung von rechten Freikorps (unter Befehlsgewalt des Volksbeauftragten Gustav Noske, SPD), keine Zeit, zu dem Problemfeld ausführlich Stellung zu beziehen. Die ablehnende Haltung steht jedoch exemplarisch für einen bis heute anhaltenden Konflikt, hinsichtlich der Autonomie und zugleich gesellschaftlichen Einflussnahme der Kunst, die ihren Wert fast ausschließlich durch ein kapitalistisch und überwiegend männlich geprägtes Kunst- und Kunstmarktsystem erfährt.

Sexed Power 2019 ist ein Projekt, das es sich herausnimmt, sich mit politischen Anliegen feministischer Aktivist*innen zu solidarisieren. Gegenwärtig verbünden sich weltweit Künstler*innen hinsichtlich der Forderung, ein soziales, wirtschaftliches und gesellschaftliches Überleben eo ipso zu ermöglichen. Die Ausstellung nimmt die gegenwärtigen Fragen zum Anlass, sich mit künstlerischen Mitteln hinsichtlich zunehmender, sexualisierter Macht zu positionieren.

MOM ART SPACE
Valentinskamp 34a
20355 Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung:
Behörde für Kultur und Medien, Hamburg
Sammlung Verbund, Wien

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